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Ihre Frage

Haben die Wünsche der leistungsberechtigten Menschen fürs Wohnen immer Vorrang oder gibt es Grenzen?

Unsere Antwort

Der LWL hat das Ziel, alle Menschen dabei zu unterstützen, in eine eigene Wohnung zu ziehen und selbstständig zu leben.

Bisher gab es einen sogenannten "Mehrkostenvorbehalt", den gibt es ab 2020 nicht mehr. Der Wunsch des einzelnen steht im Vordergrund. Nur in seltenen Einzelfällen kann es ein Problem geben, wenn die eigene Wohnung deutlich teurer ist als die besondere Wohnform.

Hintergrund

Bei der Entscheidung, welche Leistungen der Mensch erhält, prüft der LWL erst einmal, ob es überhaupt zumutbar wäre, dass der Mensch andere Leistungen bekommt als gewünscht. Dabei berücksichtigt der LWL die persönlichen, familiären und örtlichen Umstände und auch, in welcher Wohnform der Mensch leben möchte. Für manche Menschen kommt es zum Beispiel in Frage, in einer eigenen Wohnung zu leben, aber sie könnten sich auch vorstellen, in ein Wohnheim ("besondere Wohnform") zu ziehen.

Wenn es für den Menschen unzumutbar ist, in einer besonderen Wohnform zu leben, kommt nur das Wohnen in der eigenen Wohnung in Betracht. In diesem Fall wird die Angemessenheit nicht mehr geprüft.

Wenn es vorstellbar ist, in einer besonderen Wohnform zu leben, prüft der LWL, ob der individuelle Bedarf in dieser Wohnform gedeckt werden kann. Wenn der Bedarf nicht gedeckt werden kann, kommt auch hier nur ein Wohnen außerhalb von besonderen Wohnformen in Betracht. Wenn der Bedarf gedeckt werden kann, werden die Kosten verglichen.

Wenn beides ungefähr gleich viel kostet, entscheidet der Mensch mit Behinderungen selbst, wie sie oder er wohnen möchte. Wenn die betroffene Person lieber in der eigenen Wohnung leben möchte, soll dieser Wunsch ermöglicht werden.

Wenn die gewünschte Leistung viel teurer ist, dann kann dem Wunsch des Menschen leider nicht entsprochen werden.

Wenn Sie Informationen darüber suchen, wie Wünsche bei der Teilhabe am Arbeitsleben berücksichtigt werden, klicken Sie hier.