Ihre Frage

Bekommt jeder in Zukunft unterschiedlich viel Barmittel zur freien Verfügung („Taschengeld“)?

Unsere Antwort

In der Regel bekommen Menschen, die Eingliederungshilfe erhalten, momentan einen Barbetrag von 114,48 Euro und dazu Geld für Kleidung. Mindestens so viel sollen alle auch in Zukunft bekommen.

Hintergrund

Ab 2020 bezahlt der örtliche Träger der Sozialhilfe allen Menschen mit Behinderungen, die existenzsichernde Leistungen benötigen, also nicht selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen können, einen Regelsatz. Aus dem Regelsatz werden die Leistungen zum Lebensunterhalt an den Wohnanbieter bezahlt. Der Rest bleibt zur eigenverantwortlichen Verwendung übrig.

Der Barmittelanteil zur eigenverantwortlichen Verwendung kann unterschiedlich hoch ausfallen. Das hängt von der Lebenssituation des einzelnen Menschen und der Gestaltung der Unterstützung ab. Wenn der Mensch zum Beispiel selbst Lebensmittel einkauft, gehört das Geld für Lebensmittel zum Barmittelanteil zur eigenverantwortlichen Verwendung und wird dem Menschen ausgezahlt. Wenn die Lebensmittel vom Wohnanbieter zur Verfügung gestellt werden, bezahlt der Mensch diesen Anteil direkt an den Wohnanbieter. Wie die Versorgung genau geregelt wird, muss der einzelne Mensch mit dem Leistungserbringer vereinbaren. Darüber wird dann ein Vertrag geschlossen.

Der Barmittelanteil zur eigenverantwortlich Verwendung ist dafür da, unterschiedliche Dinge zu bezahlen, zum Beispiel Kleidung oder Unternehmungen in der Freizeit, die der Wohnanbieter nicht leistet.

Expertenwissen: Höhe des Barmittelanteils zur freier Verfügung

Grundsätzlich sollen auch nach der Systemumstellung ab dem 1. Januar 2020 jedem mindestens Barmittel in Höhe des bisherigen Barbetrags zuzüglich der Bekleidungspauschale zur eigenverantwortlichen Verwendung verbleiben. Aber trotzdem muss sich jeder Einzelfall angeschaut werden.

Da sich jeder Leistungsberechtigte mit dem Leistungserbringer über den Barmittelanteil aus seinem Regelsatz vereinbaren muss, der aus dem Regelsatz für Leistungen zum Lebensunterhalt an den Leistungserbringer zu zahlen ist, ist es auch möglich, dass ein höherer Barmittelanteil zur eigenverantwortlichen Verwendung verbleibt. Dies wird insbesondere dann der Fall sein, wenn Sie in einer besonderen Wohnform selbst für Ihre Ernährung aufkommen - also selbst Ihre Lebensmittel einkaufen.

Ein geringerer Barmittelanteil kann nur dann in Betracht kommen, wenn Sie oder Ihnen nahestehende Personen ihren Barmittelanteil gar nicht bestimmungsgemäß selbst verwenden können und die entsprechenden Bedarfe, für deren Deckung Sie Ihre Barmittel erhalten, dauerhaft durch den Leistungserbringer gedeckt werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Orientierungshilfe Barmittelanteil der BAGüS, wenn Sie hier klicken.