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Ihre Frage

Ich habe gehört, es soll bald kein ambulantes und stationäres Wohnen mehr geben. Kann es ab 2020 passieren, dass man aus der bisherigen Wohnung ausziehen muss?

Unsere Antwort

Nein, niemand wird gezwungen, aus der bisherigen Wohnung auszuziehen. Alle Menschen können dort wohnen bleiben, wo sie bisher leben.

Durch das BTHG wird es rechtlich gesehen ab 2020 keine stationären und ambulanten Wohnformen mehr geben. Für die bisherigen „stationären Einrichtungen“ hat der Bundesgesetzgeber im Sozialhilferecht aber einen neuen Begriff eingeführt: „Besondere Wohnform“. Für diesen Begriff gibt es besondere Regeln. Wenn Sie mehr über die "besonderen Wohnformen" erfahren möchten, dann klicken Sie hier.

Hintergrund

Zurzeit werden sowohl die Kosten für die Betreuung als auch die Kosten für das Wohnen in besonderen Wohnformen (bisher „stationäre Einrichtungen der Behindertenhilfe“ genannt) von dem Träger der Eingliederungshilfe getragen. Ab 2020 werden die existenzsichernden Leistungen – dazu gehören auch die Wohnkosten – von dem Sozialamt vor Ort (oder der Grundsicherung für Arbeitssuchende) erbracht.

Mit dem BTHG wird eine Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen untereinander angestrebt. In welcher Wohnform sie leben, soll dabei keine Rolle mehr spielen. Die Leistungen sind künftig nicht mehr von der Wohnform abhängig, sondern davon, was der einzelne Mensch braucht. Die Einrichtungen selbst gibt es aber weiterhin.